Der Werkstattmeister hat im Frühjahr erzählt, dass er in anderthalb Jahren in Rente geht. Alle freuen sich für ihn, und gleichzeitig wird im Betrieb klar, wie viel an ihm hängt: Er plant die Wartung der Anlagen, kennt die Eigenheiten jeder Maschine, weiß, welcher Lieferant im Notfall auch samstags liefert, und bildet seit zwanzig Jahren die Azubis aus.
Nachfolgeplanung sorgt dafür, dass eine solche Stelle gut besetzt wird und dass das Wissen dazu mitwandert. Dieser Ratgeber erklärt, was Nachfolgeplanung im Unternehmen bedeutet, wie Sie in fünf Schritten vorgehen, wie ein Nachfolgeplanungskonzept mit Zeitplan aussieht und wie Sie das Erfahrungswissen der Vorgänger festhalten, solange sie noch da sind.
Was ist Nachfolgeplanung?
Nachfolgeplanung ist die vorausschauende Besetzung von Schlüsselpositionen. Ein Unternehmen legt fest, welche Stellen für den Betrieb besonders wichtig sind, wer sie künftig übernehmen kann und wie diese Personen rechtzeitig vorbereitet werden. Oft geht es um Führungsrollen, ebenso häufig aber um Fachleute ohne Führungsverantwortung: die Lohnbuchhalterin, den Einkäufer mit den Sonderkonditionen, die einzige Person, die das Warenwirtschaftssystem wirklich versteht.
Im Personalwesen heißt das Thema auch Nachfolgemanagement. Die Begriffe werden weitgehend gleich verwendet. Wer genauer unterscheidet, versteht unter Nachfolgeplanung die konkrete Planung für einzelne Stellen und unter Nachfolgemanagement den dauerhaften Prozess dahinter, mit Talentpools, Entwicklungsprogrammen und regelmäßiger Überprüfung.
Abzugrenzen ist die Unternehmensnachfolge, also die Übergabe eines ganzen Betriebs an Familie, Mitarbeitende oder einen Käufer. Dort stehen Gesellschaftsrecht, Steuern und Unternehmensbewertung im Vordergrund. Dieser Ratgeber behandelt die interne Nachfolge auf Schlüsselstellen, auch wenn die Methoden zur Wissensübergabe bei einer Unternehmensnachfolge genauso helfen.
Nachfolgeplanung hat zwei Seiten. Die personelle Seite klärt, wer die Stelle übernimmt. Die Wissensseite klärt, wie das Können der bisherigen Person zur Nachfolge kommt. Die erste Frage ist meist schnell beantwortet, die zweite braucht Zeit, und genau dafür lohnt sich ein früher Start. Die Wissensseite gehört damit zum Wissensmanagement im Unternehmen, die personelle Seite zur Personalplanung.
Der typische Anlass: Der Meister geht in 18 Monaten in Rente
Zum Durchdenken ein typisiertes Beispiel, Namen frei gewählt: Ein Metallbaubetrieb mit 60 Mitarbeitenden erfährt, dass Werkstattmeister Herr Krämer in 18 Monaten in den Ruhestand geht. Als Nachfolger kommt Herr Aydin infrage, Geselle seit zwölf Jahren, fachlich stark, Meisterkurs gerade abgeschlossen.
Achtzehn Monate klingen nach viel Zeit. Wenn man aber durchgeht, was Herr Krämer tatsächlich tut, sieht es anders aus. Manche Aufgaben kommen nur einmal im Jahr vor: die jährliche Prüfung der Krananlage, die Abstimmung des Ausbildungsplans mit der Handwerkskammer, die Inventur im Lager. Wenn Herr Aydin jede davon mindestens einmal gemeinsam mit Herrn Krämer erleben soll, braucht er dafür einen vollen Jahreszyklus. Hinzu kommen Urlaub, Resturlaub vor dem Ruhestand und die Wochen, in denen das Tagesgeschäft keine Zeit für Übergaben lässt.
Das Beispiel zeigt den Kern: Nachfolgeplanung beginnt dort, wo der Zeitpunkt des Wechsels bekannt ist, und am besten deutlich davor. Ein Renteneintritt ist der planbarste Anlass, den es gibt. Andere Anlässe kommen kurzfristiger, etwa eine Kündigung, eine Elternzeit oder eine längere Krankheit. Für diese Fälle gilt dasselbe Vorgehen in verdichteter Form, wie der Ratgeber zum Thema wenn Mitarbeiter kündigen zeigt.
Nachfolgeplanung in fünf Schritten
1. Schlüsselstellen identifizieren
Eine Schlüsselstelle erkennen Sie an zwei Merkmalen: Fällt die Person aus, entsteht spürbarer Schaden für Kunden, Termine oder Haftung, und niemand sonst im Haus kann die Aufgaben ohne Rückfrage übernehmen. Ein guter Startpunkt ist eine kurze Liste der Kernprozesse, zu der Sie für jeden Prozess notieren, wie viele Personen ihn selbstständig beherrschen. Diese Zahl ist der Bus-Faktor. Wo er bei 1 liegt und ein Wechsel absehbar ist, steht die Stelle ganz oben auf der Liste.
Ergänzen Sie die Liste um das Ausfallrisiko: absehbarer Ruhestand, angekündigte Elternzeit, bekannte Wechselabsicht. So entsteht eine Rangfolge, mit der Sie die nächsten Jahre planen können.
2. Nachfolge auswählen
Für jede Schlüsselstelle klären Sie, wer sie künftig übernimmt. Interne Kandidaten kennen den Betrieb, die Kunden und die Kollegen, deshalb lohnt sich der Blick nach innen zuerst. Eine Qualifikationsmatrix hilft dabei: Sie zeigt, wer welche Fähigkeiten schon mitbringt und wo noch etwas fehlt. Oft fällt dabei auf, dass zwei Personen jeweils einen Teil der Stelle übernehmen können, und eine geteilte Nachfolge ist dann eine gute Lösung.
Wenn intern niemand passt, beginnt die externe Suche. Auch dann gilt: Je früher die neue Person an Bord ist, desto mehr Überlappung mit dem Vorgänger bleibt.
3. Wissensinventur durchführen
Bevor die eigentliche Übergabe beginnt, verschaffen Sie sich einen Überblick, welches Wissen an der Stelle hängt. Dazu gehören:
- Aufgaben und Prozesse, regelmäßige ebenso wie seltene, die nur einmal im Jahr vorkommen
- Systeme und Zugänge, also Software, Portale, Berechtigungen und Vollmachten
- Kontakte und Beziehungen zu Kunden, Lieferanten, Behörden und Dienstleistern
- Erfahrungswissen: die Eigenheiten einer Anlage, die Vorlieben eines Kunden, die Frühwarnzeichen eines Problems
Der letzte Punkt ist der wertvollste und zugleich der, den niemand von sich aus aufschreibt. Es handelt sich um implizites Wissen, das die Person so oft angewendet hat, dass es ihr selbstverständlich vorkommt.
4. Erfahrungswissen in Interviews sichern
Erfahrungswissen kommt am besten im Gespräch zum Vorschein. Fragen wie "Führen Sie mich durch einen ganz normalen Montag", "Woran merken Sie, dass mit der Anlage etwas nicht stimmt?" oder "Was haben Sie in den ersten Jahren auf die harte Tour gelernt?" holen Details hervor, die in keinem Übergabedokument stehen würden.
Planen Sie mehrere kurze Gespräche statt eines langen. Nach dem ersten Interview fällt der Person meist noch einiges ein, und beim zweiten Gespräch kommen die Ausnahmen und Sonderfälle. Hilfreich ist es, auch die Kolleginnen und Kollegen zu befragen, die eng mit der Schlüsselperson zusammenarbeiten. Sie wissen oft genau, an welchen Stellen sie bei ihr nachfragen.
Bei wissa.ai übernimmt diese Gespräche eine KI per Chat, rund 15 bis 20 Minuten je Gespräch und zu einer Zeit, die in den Arbeitsalltag passt. Die KI fragt bei Ausnahmen nach, merkt, wenn zu einem Thema nichts Neues mehr dazukommt, und schlägt Kollegen, die im Gespräch erwähnt werden, zur Einladung vor. Aus den Antworten entsteht eine Prozessdokumentation, die auch zeigt, wo zwei Personen denselben Ablauf unterschiedlich beschreiben. Gerade bei einem Ruhestand mit langem Vorlauf lassen sich so die Gespräche über Monate verteilen. Ein Interview kostenlos testen
5. Übergabeplan aufstellen und umsetzen
Der Übergabeplan legt fest, wann welches Wissen auf welchem Weg zur Nachfolge kommt. Für jeden Punkt aus der Wissensinventur wählen Sie eine passende Form: Vormachen und Mitarbeiten für Handgriffe, gemeinsame Termine für Kundenbeziehungen, dokumentierte Abläufe für alles, was später nachgeschlagen wird. Einen Vergleich der Methoden finden Sie im Ratgeber zum Wissenstransfer.
Bewährt hat sich ein schrittweiser Rollentausch: Zuerst arbeitet die Nachfolge mit, dann übernimmt sie Aufgaben unter Begleitung, und zum Schluss wechseln die Rollen, sodass der Vorgänger nur noch berät. Für die erste Phase lässt sich ein Einarbeitungsplan gut auf die Nachfolgesituation übertragen.
Nachfolgeplanungskonzept mit Zeitplan
Ein Nachfolgeplanungskonzept bündelt die fünf Schritte für eine Stelle auf einer Seite. Es benennt die Stelle, die bisherige Person, die Nachfolge, die Verantwortlichen und den Zeitplan. Für das Beispiel mit 18 Monaten Vorlauf könnte der Zeitplan so aussehen:
| Zeitraum | Phase | Was passiert | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Monat 1 bis 2 | Klären | Schlüsselstelle bestätigen, Nachfolge auswählen, Gespräch mit beiden Personen | Nachfolge steht fest, beide kennen den Plan |
| Monat 2 bis 4 | Inventur | Aufgaben, Systeme, Kontakte und Jahrestermine erfassen | Wissensinventur mit Prioritäten |
| Monat 3 bis 8 | Sichern | Interviews mit dem Vorgänger und seinem Umfeld, Prozesse dokumentieren | Prozessdokumentation zu den kritischen Abläufen |
| Monat 4 bis 12 | Mitarbeiten | Nachfolge begleitet alle wiederkehrenden Aufgaben, inklusive Jahrestermine | Jede Aufgabe mindestens einmal gemeinsam erlebt |
| Monat 12 bis 16 | Übernehmen | Nachfolge führt, Vorgänger begleitet und berät | Nachfolge arbeitet selbstständig |
| Monat 16 bis 18 | Abschließen | Kontakte offiziell übergeben, Zugänge umstellen, letzte Lücken schließen | Geordnete Übergabe, Dokumentation aktuell |
Die Phasen überlappen bewusst, weil Interviews und Mitarbeit sich gegenseitig ergänzen: Was im Gespräch erzählt wird, sieht die Nachfolge später in der Praxis, und was sie in der Praxis erlebt, wirft neue Fragen für das nächste Gespräch auf.
Als Vorlage zum Kopieren für Ihr eigenes Konzept:
Nachfolgeplanungskonzept
Schlüsselstelle: ______ Bisherige Person: ______
Nachfolge: ______ Verantwortlich für die Übergabe: ______
Anlass und Datum des Wechsels: ______
1. Warum ist die Stelle kritisch? (Prozesse, Bus-Faktor, Risiko)
2. Wissensinventur: Aufgaben / Systeme / Kontakte / Erfahrungswissen
3. Entwicklungsbedarf der Nachfolge (aus der Qualifikationsmatrix)
4. Interviews: mit wem, zu welchen Themen, bis wann
5. Zeitplan: Klären / Inventur / Sichern / Mitarbeiten / Übernehmen / Abschließen
6. Jahrestermine, die die Nachfolge gemeinsam erleben soll
7. Prüfpunkte: Wann schauen wir gemeinsam, ob der Plan trägt?
Nachfolgeplanung als Teil der Personalentwicklung
Nachfolgeplanung und Personalentwicklung greifen ineinander. Aus der Nachfolgeplanung ergibt sich, welche Fähigkeiten die künftige Besetzung braucht, und die Personalentwicklung sorgt mit Weiterbildung, Projekten und Mentoring dafür, dass sie diese rechtzeitig erwirbt. Im Beispiel oben war der Meisterkurs von Herrn Aydin genau so ein Baustein.
Wer Nachfolgeplanung in die jährlichen Entwicklungsgespräche einbaut, hat für viele Schlüsselstellen schon Kandidaten im Blick, bevor ein Wechsel ansteht. Für Mitarbeitende ist das eine gute Nachricht, weil sie sehen, welche Wege ihnen im Betrieb offenstehen. In Betrieben mit Betriebsrat gehört die Personalplanung zu den Themen, über die der Arbeitgeber ihn rechtzeitig unterrichtet (§ 92 BetrVG). Werden für die Auswahl von Kandidaten Beurteilungsbögen oder Auswahlrichtlinien eingesetzt, kommen Mitbestimmungsrechte nach §§ 94 und 95 BetrVG hinzu.
Demografie und Rentenwelle: warum das Thema jetzt ansteht
Dass Nachfolgeplanung in vielen Betrieben gerade auf der Tagesordnung steht, hat einen einfachen Grund. Die geburtenstarken Jahrgänge der späten 1950er und der 1960er Jahre erreichen nach und nach das Rentenalter. Die Regelaltersgrenze steigt dabei schrittweise auf 67 Jahre, die für alle ab dem Jahrgang 1964 gilt (§ 35 und § 235 SGB VI). In vielen Teams gehen deshalb in den kommenden Jahren mehrere erfahrene Kolleginnen und Kollegen in kurzer Folge in den Ruhestand.
Das ist gut planbar, denn das Geburtsdatum steht in der Personalakte. Eine einfache Altersstrukturanalyse, am besten zusammengefasst nach Bereichen statt als Namensliste, zeigt, in welchen Bereichen in den nächsten fünf Jahren Wechsel anstehen. Legt man sie neben die Liste der Schlüsselstellen, ergibt sich die Reihenfolge, in der Sie Nachfolgeplanungen beginnen.
Auch die ISO 9001:2015 greift das Thema auf: Abschnitt 7.1.6 verlangt, dass eine Organisation das Wissen bestimmt, das für ihre Prozesse notwendig ist, es aufrechterhält und im erforderlichen Umfang zur Verfügung stellt und bei Veränderungen prüft, wie zusätzliches Wissen erlangt werden kann. Eine Nachfolgeplanung schreibt die Norm nicht vor, eine dokumentierte Nachfolgeplanung für Schlüsselstellen ist aber ein naheliegender Weg, diese Anforderung im Alltag umzusetzen.
Nachfolgeplanung im Wissensmanagement verankern
Eine einzelne Nachfolge gut zu übergeben ist viel wert. Noch entspannter wird es, wenn das Wissen der Schlüsselpersonen laufend festgehalten wird, unabhängig von einem konkreten Anlass. Dann beginnt jede Nachfolgeplanung mit einer Dokumentation, die schon da ist, und die Interviews vor dem Wechsel ergänzen nur noch das, was sich seit dem letzten Mal geändert hat.
Wie Sie dafür einen festen Rahmen schaffen, beschreibt der Ratgeber zum Wissensmanagement im Unternehmen mit sieben Methoden im Vergleich. Wenn Sie dafür ein Werkzeug suchen, finden Sie auf der Seite zur Wissensmanagement-Software einen Überblick, wie wissa.ai Interviews und Dokumentation verbindet. Zum Start gibt es ein kostenloses Testpaket (10 Credits, einmal je Unternehmen, Bedingungen), das in der Regel für ein erstes Interview reicht, und Befragte brauchen kein eigenes Konto. Ein Interview kostenlos testen
Fazit
Nachfolgeplanung sichert Schlüsselstellen, indem sie die Frage nach der Person und die Frage nach dem Wissen gemeinsam beantwortet. Identifizieren Sie die kritischen Stellen über den Bus-Faktor, wählen Sie die Nachfolge mithilfe einer Qualifikationsmatrix aus, machen Sie eine Wissensinventur, holen Sie das Erfahrungswissen in Interviews ab und übergeben Sie die Aufgaben schrittweise. Mit 12 bis 18 Monaten Vorlauf erlebt die Nachfolge jede wiederkehrende Aufgabe mindestens einmal gemeinsam mit dem Vorgänger, und der Wechsel wird zu einer geordneten Übergabe.
FAQ
Was versteht man unter Nachfolgeplanung?
Nachfolgeplanung ist die vorausschauende Besetzung von Schlüsselpositionen im Unternehmen. Sie legt fest, welche Stellen besonders wichtig sind, wer sie künftig übernimmt und wie diese Personen und ihr Wissen rechtzeitig vorbereitet werden. Sie betrifft Führungsrollen ebenso wie Fachleute, an denen wichtige Prozesse hängen.
Was ist der Unterschied zwischen Nachfolgeplanung und Nachfolgemanagement?
Im Alltag werden beide Begriffe meist gleich verwendet. Wer unterscheidet, meint mit Nachfolgeplanung die konkrete Planung für einzelne Stellen und mit Nachfolgemanagement den dauerhaften Prozess dahinter, mit Talentpools, Entwicklungsprogrammen und regelmäßiger Überprüfung. Von beiden abzugrenzen ist die Unternehmensnachfolge, bei der ein ganzer Betrieb übergeben wird.
Wie früh sollte die Nachfolgeplanung beginnen?
Für eine Schlüsselstelle sind 12 bis 18 Monate ein guter Vorlauf. In dieser Zeit erlebt die Nachfolge alle wiederkehrenden Aufgaben, auch die jährlichen, mindestens einmal gemeinsam mit dem Vorgänger. Bei einem bekannten Renteneintritt lässt sich dieser Vorlauf gut einplanen, bei kurzfristigen Wechseln konzentrieren Sie sich auf die kritischsten Aufgaben.
Was gehört in ein Nachfolgeplanungskonzept?
Ein Nachfolgeplanungskonzept benennt die Schlüsselstelle, die bisherige Person, die Nachfolge und die Verantwortlichen. Dazu kommen die Wissensinventur, der Entwicklungsbedarf der Nachfolge, die geplanten Interviews und ein Zeitplan mit Phasen und Prüfpunkten. Eine Seite reicht, solange alle Beteiligten wissen, wer was bis wann erledigt.
Wer ist für die Nachfolgeplanung zuständig?
Verantwortlich ist in der Regel die Geschäftsführung oder die direkte Führungskraft der Schlüsselstelle, unterstützt von der Personalabteilung, sofern es eine gibt. Die bisherige Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber gehört von Anfang an dazu, denn ohne ihr Wissen und ihre Bereitschaft gelingt keine Übergabe. In Betrieben mit Betriebsrat wird dieser über die Personalplanung rechtzeitig unterrichtet (§ 92 BetrVG).
Wie sichert man das Wissen eines Mitarbeiters vor dem Ruhestand?
Am besten in mehreren kurzen Interviews, ergänzt um gemeinsames Arbeiten mit der Nachfolge. Die Gespräche holen Erfahrungswissen und Sonderfälle hervor, die Mitarbeit zeigt die Handgriffe. Was dabei entsteht, wird als Prozessdokumentation festgehalten, damit auch spätere Kolleginnen und Kollegen darauf zugreifen können.
Quellen
- § 35 SGB VI (Regelaltersrente): Regelaltersgrenze von 67 Jahren; § 235 SGB VI: schrittweise Anhebung für die Geburtsjahrgänge vor 1964.
- § 92 BetrVG (Personalplanung): Unterrichtung des Betriebsrats über Personalplanung, künftigen Personalbedarf und die daraus folgenden personellen Maßnahmen und Maßnahmen der Berufsbildung.
- §§ 94, 95 BetrVG: Mitbestimmung bei allgemeinen Beurteilungsgrundsätzen und Auswahlrichtlinien.
- DIN EN ISO 9001:2015, Abschnitt 7.1.6 (Wissen der Organisation): Bestimmen, Aufrechterhalten, Zurverfügungstellen und Erweitern des für die Prozesse notwendigen Wissens.